farewell ..

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» ich bin einfach jeden tag schlechter gelaunt «

ich weiss, es ist nicht leicht für dich. nein, ich weiss sogar, dass es verdammt schwer für dich ist. ich weiss, dass du nach hause willst. & ich weiss, was du alles vermisst. &&. ich verstehe dich. in jedem punkt (nun ja, fast jedem). aber sieh es doch positiv, es dauert nur noch 4 wochen, dann kannst du nach hause & schläfst wieder in deinem eigenen bett (oder du kannst in meinem schlafen, wenn du willst). nur noch 4 wochen, dann bin ich achtzehn & du bist fertig mit der unnötigsten sache, die unser land für junge männer vorgesehen hat.

ich bereue, dass ich mir letzten sonntag nicht die mühe gemacht hab, den 7 uhr zug zu erwischen, ich hätte dich dann nämlich noch sehen können - vielleicht. & wenn, dann evt. nur 5 oder 10 minuten, aber ich hätte dich gesehen. aber dann stellt sich die frage, ob es nicht für uns beide schwerer gewesen wäre, wenn es so gewesen wäre. aber ich warte auf dich & es ist ja schon dienstag mittag. wir müssen uns an den guten dingen festklammern, ansonsten drehen wir wohl beide durch.


dein wohnort.
gerade gestern bin ich
daran vorbei gefahren. Mein Zug hat da ja sogar gehalten, da ich in letzter zeit ja nur noch s-bahn fahre. aber obwohl ich letzten monat oft da vorbei gefahren bin, hatte ich noch nie solche gedanken wie gestern...

ich habe aus dem fenster gesehen & obwohl der gedanke daran, dass ich noch mehr als eine stunde in einem ekligen, stickigen, überhitzten zug sitzen würde, mich fast zum kotzen gebracht hätte, verspürte ich den drang, auszusteigen. ich wollte wissen, wie es sich anfühlt, auf diesem boden zu stehen. wie es sich anfühlen könnte, wenn ich aus dem zug aussteigen würde, um dich zu besuchen. ich hätte mich der illusion hingeben können, dass dein blauer opel astra da steht und du auf der kühlerhaube sitzt, mit der sonnenbrille auf der nase, während du auf mich wartest.

mit mühe und not habe ich mich davon abgehalten & als der zug wieder losfuhr, sah ich auf den see und betrachtete die gegend. und zum ersten mal in einem noch kurzen leben, glaubte ich, zu hause zu sein. ich glaubte, den ort gefunden zu haben, an dem ich eines tages mit meinem mann, in einem einfamilienhaus leben würde. ich dachte an kinder & im selben moment wurde mir bewusst, dass du dieser mann sein solltest & dass ich von keinem anderen kinder wollte, als von dir - wenn überhaupt kinder.

es dauerte einige zeit, bis ich realisierte, was für kranke gedanken ich hatte. wir sind nicht einmal ein paar & ich denke an haus & kinder.

ich vermisse dich schatz, komm nach hause.

xxx 

Izzy verlinken 1.7.08 12:52, kommentieren