farewell ..

der verlust meines lebens.

als wir uns mit 15 jahren kennenlernten, hätte ich niemals gedacht, dass du mir jemals so wichtig werden würdest. du sagtest mir relativ bald, du seist krank.

schon nach deiner geburt diagnostizierten die ärzte einen bösartigen tumor, ein neuroblastom. operation und chemotherapie schienen zunächst erfolgreich. doch nach zwei jahren zeigten sich metastasen im bereich der hauptschlagader; unter der strahlentherapie bildeten sich die geschwulste zurück.

nachdem wir uns knapp eine woche kannten, sagtest du mir, dass du unbedingt ein herz und eine lunge brauchst und wenn du diese organe nicht bekommst, würdest du weihnachten nicht mehr erleben.

im september 2006, wir waren inzwischen 16, kam endlich die meldung, dass man die notwendigen organe für dich hat und sie wurden dir transplantiert. damit war es leider noch nicht vorbei es folgten abstossungen, dialyse und noch viele weitere komplikationen.

schliesslich folgte die reha, während der ich dich besuchte und wir uns das erste mal sahen.

nachdem wir uns zwei jahre aus den augen verloren hatten, kamen wir wieder in kontakt und konnten wieder schreiben. dies ging für weitere zwei jahre gut...

im august 2012 gratulierte ich dir zu deinem 22. geburtstag und rund einen monat später erfuhr ich durch zufall, dass du nicht mehr lebst.

ich weiß nicht, was geschehen ist und genau es geschah, ich weiß nur, dass ich am boden zerstört bin.

ich vermisse dich und ich es gibt noch so vieles, was ich dir sagen will. und ich weiß nicht, wie ich jemals wieder leben soll. seit gestern, der tag an dem ich von deinem tod erfahren habe, kann ich nicht mehr aufhören aufhören zu weinen. ich habe kopfschmerzen und bin müde.

»wer sich aufgibt, hat bereits verloren.«

ich weiß, dass du nicht aufgegeben hast, nicht einfach so und falls du nicht mehr konntest, nehme ich es dir nicht übel. ich könnte es wirklich gut verstehen, wenn du keine kraft mehr hattest.

ich wünschte bloß, ich hätte dir auf wiedersehen sagen können. ich wünschte, ich hätte etwas bemerkt und ich bin sicher, dass du mir ein zeichen geschickt hast, aber ich es nicht verstanden habe. es tut mir so leid und ich kann es nie mehr gut machen. ich hoffe, du bist nicht böse auf mich. wir hatten etwas besonderes und ich bin sicher, dass es auch den tod umgehen kann. du bist noch hier, ich weiß es genau, aber gerade bist du nicht bei mir, weil deine familie dich viel dringender braucht. vielleicht bist du eines tages wieder bei mir. vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder.

ich wünsche es mir und ich werde alles dafür tun, damit den leuten endlich die augen für die organspende geöffnet werden.

danke, für alles, was du mir gegeben hast. ich werde dich niemals vergessen.

Ruhe in Frieden.

lee. am 2.10.12 21:30

Letzte Einträge: achso., tschüss!, sebbi., kurze meldung.

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sarah (22.1.13 19:09)
Wunderschön, traurig und erschütternd.
Danke, das Du dies mit uns geteilt hast.
GVLG
Sarah

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